
Ton Koopman
… dem Brunnenthaler Konzertsommerpublikum fast von Kindesbeinen an, also jedenfalls seit Jahrzehnten bestens bekannt. Wussten Sie, dass er in Zwolle in den Niederlanden nur wenige Meter über dem Meer geboren worden ist? Für Cembalo und insbesondere für Orgeln musste und durfte er viele Treppen auf seiner musikalischen Karriereleiter emporsteigen, vom Meer über viele Ströme und Flüsse hin reisen, bis er bei seinem und unserem Meister Bach auf den höchsten Gipfeln der Barockmusik angekommen und daheim ist.
Konzerte in aller Welt sowohl als Instrumentalist als auch als Dirigent machten den Herrn Ehrendoktor weltberühmt. Ton Koopman war Juryvorsitzender bei den vier internationalen Solistenwettbewerben für Alte Musik in Brunnenthal - welch schöne Erinnerung. In Venedig wird am Teatro La Fenice seit 1979 ein ganz besonderer
Musikpreis „Una vita nella musica“ vergeben. Heuer ergeht diese Auszeichnung an Ton Koopman, was ihn in eine Reihe mit Künstlern wie Arthur Rubinstein oder Zubin Meta stellt. Herzliche Gratulation!
Lehrend brachte ihn seine musikalische Weltanschauung bis in die größte Stadt der Welt, die Stadt der Blumen 廣州 / 广州 - Guangzhou. Musizierend erzählt er uns im vergleichsweise winzigen Brunnenthal von der Schönheit der Barockmusik. Hören wir, wie Ton Koopman mit seinen Amsterdam Barocksolisten heute Werke von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann interpretiert.

Klaus Mertens
zeichnet sich durch das Alleinstellungsmerkmal aus, die gesamten OEuvres von J. S. Bach und D. Buxtehude mit den Ensembles Amsterdam Baroque Orchestra & Choir auf CD eingespielt und weltweit konzertierend gesungen zu haben. Mehr als 40 Jahre der engen Zusammenarbeit und Freundschaft verbinden ihn also mit Ton Koopman und Tini Mathot.
Darüber hinaus arbeitet Klaus Mertens weltweit mit zahlreichen Dirigenten der „Alten Musik“ und ebensomit „Modernen Orchestern“ und ist gern gehörterGast bei internationalen Festivals. Von seinen Auszeichnungen seien der Georg-Philipp-Telemann-Preis Magdeburg (2016) sowie die Bach-Medaille Leipzig (2019) hervorgehoben.
Der Mozartpreis der Sächsischen Mozart-Gesellschaft schließlich würdigt Klaus Mertens' Lebenswerk sowie seine einzigartige Fähigkeit, die Musik von Mozart – ebenso wie die vieler anderer Komponisten – auf unverwechselbare Weise lebendig werden zu lassen.

Catherine Manson
ist in Musikkreisen als Kammermusikerin und Solistin bekannt. Als Primgeigerin des klassischen „London Haydn Quartet“ konzertierte sie in London, Amsterdam,
New York, Sydney, usw. Im Jahr 2006 wurde sie zur Konzertmeisterin des Amsterdam Baroque Orchestra ernannt und spielte mit Ton Koopman Aufnahmen der Bach-Sonaten, J. Haydns Konzert für Violine und Orgel sowie die gesamte Kammermusik von D. Buxtehude ein. Auch die Lehre war immer bedeutender Teil ihres musikalischen Lebens. 2001 wurde sie Mitbegründerin des MusikWorks (UK), bei dem sie nunmehr als Leiterin Kammermusikkurse für junge Musiker organisiert. Ihre Meisterkurse führten sie nach London, Lyon, Barcelona, Sydney, Singapur und in die USA.

Die Barockoboe hat es Marcel Ponseele besonders angetan. Er studierte in Brügge, Gent und Brüssel. Er konzertierte unter anderem mit dem Amsterdam Baroque Orchestra, La Petite Bande, war Gründungsmitglied des Orchestre des Champs-Élysées unter Philippe Herreweghe. Das Bläserensemble Harmonie des Champs-Élysées leitet er selbst. Auch bei der Gründung des Barockensemble Il Gardellino war er dabei. Lehrend wirkte er lange Zeit am Pariser Konservatorium und gibt sein Können nunmehr in Meisterkursen weiter. Für seine
besonderen Verdienste wurde Marcel Ponseele mit der Bach-Medaille Leipzig 2025 ausgezeichnet. Mit seinem Bruder Francis betreibt er eine Manufaktur zur Herstellung von Instrumenten der Oboenfamilie in historischem Stil.

Tini Mathot! Nicolaus Harnoncourt soll seine Gemahlin bei einer Probe einmal gefragt haben: „Alice: Habe ich Hunger?“ Ebensolches „Sich-aufeinander-verlassen-können“
erleben wir beim Ehepaar Koopman-Mathot. Weltweit ist Tini Mathot mit ihrem Ehemann konzertierend unterwegs. In Amsterdam geboren studierte sie Klavier und dann Cembalo am Sweelinck Konservatorium. Neben ihren musikalischen Fähigkeiten zeichnet sie außerordentliches Organisationstalent aus. Tini Mathot ist sowohl als Solistin wie auch als Continuo-Spielerin aktiv. Mit Reine-Marie Verhagen gründete sie das Corelli-Ensemble. Viele preisgekrönte CD-Aufnahmen entstanden unter ihrer Mitwirkung und ihrer Aufnahmeleitung mit dem Amsterdam Baroque Orchestra & Choir und anderen herausragenden Ensembles. Faszinierend kann sie im Freundeskreis erzählen, worauf es dabei ankommt. Als Dozentin für Cembalo war Tini Mathot am Königlichen Konsertorium in Den Haag engagiert.
| Programm | |
|---|---|
| JOHANN SEBASTIAN BACH (1685 - 1750) | Concerto in c-Moll für 2 Cembali und Streicher, BWV 1062 [Ohne Bezeichnung] – Andante e piano – Largo ma non tanto – Allegro assai Kantate „Ich habe genug“, BWV 82 |
| GEORG PHILIPP TELEMANN (1681 - 1767) | Concerto in G-Dur, TWV 40:201 für 4 Violinen Largo e staccato – Allegro – Adagio – Vivace |
| PAUSE | |
| JOHANN SEBASTIAN BACH | Aria „Es ist vollbracht“ aus der Kantate Sehet, wir gehn hinauf gen Jerusalem BWV 159 Concerto in c-Moll, BWV 1060R für Oboe, Streicher und B.c. Allegro – Adagio – Allegro |